
Seit 1995 existiert der Arbeitskreis Archive unter dem Dach des Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V. (ehemals Rhein-Neckar-Dreiecks e.V.). Den räumlichen Bezug bildet die aus der alten Kurpfalz hervorgegangene gewachsene Kulturlandschaft zwischen Rhein und Neckar. Der Arbeitskreis arbeitet mit dem Ziel, die länderübergreifende Zusammenarbeit der Archive in Nordbaden, Südhessen und der Pfalz zu verstärken und - gerade auch in Zeiten schwindender Ressourcen - Kräfte zu bündeln sowie Synergieeffekte freizusetzen.
Über den praxisnahen wie problemorientierten Erfahrungsaustausch hinaus gilt das übergeordnete Interesse dem Aufbau und der Entwicklung eines Regionalbewusstseins. Diesem Anspruch dient die aktive Förderung der regional- wie lokalgeschichtlichen Forschung durch Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte.
Die Öffentlichkeit auf diese Weise mit den Aufgaben der Archive und insbesondere ihrem Nutzen für Bürgerinnen und Bürger besser vertraut zu machen, ist ein weiteres wesentliches Anliegen des Arbeitskreises.
Die Wurzeln des AK Archive gehen zurück auf eine Initiative von kollegial verbundenen Archivaren. Ihre Initiative ist entstanden aus der Erfahrung und dem Motiv, archivische Alltagsprobleme sachadäquater und effizienter im Miteinander der Archivkolleg(inn)en anzugehen und dabei zugleich den Nutzen der Archive für die Allgemeinheit in der Öffentlichkeit umso stärker zur Geltung zu bringen.
So finden bereits in den 80-er Jahren zunächst eher facharchivischen Themen gewidmete gemeinsame Informations- und Fortbildungsveranstaltungen statt.
1990 organisieren sich vorzugsweise nordbadische Archive dann im Arbeitskreis der "Kommunalarchive zwischen Rhein und Neckar", der die Aktivitäten im erweiterten Teilnehmerkreis und mit einer beim Archiv des Rhein-Neckar-Kreises angesiedelten Geschäftsstelle fortsetzt. Als Ergebnis wird 1992 ein Archivführer "Kommunale Archive zwischen Rhein und Neckar" vorgelegt, der schon bald vergriffen ist.
1994/95 kooperieren die Archive der Region erneut. Sie präsentieren im Rahmen des überregionalen Kulturprojekts "Widerstreit der Bilderwelten - Kunst und Kultur der 20-er Jahre" eine viel beachtete gemeinsame Wanderausstellung "Zerrissene Lebenswelten - Alltag im Rhein-Neckar-Dreieck der 20-er Jahre" mit Begleitkatalog. Die positive Bilanz dieser Aktion motiviert die Archive in nunmehr engerem Zusammenschluss unter dem Dach des Rhein-Neckar-Dreick e.V. zu weiteren Gemeinschaftsprojekten. So erscheint zum 150. Jahrestag der badisch-pfälzischen Revolution 1848/49 ein Biografienband "Der Rhein-Neckar-Raum und die Revolution von 1848/49. Revolutionäre und ihre Gegenspieler". Zudem wird gemeinsam mit dem Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim der "ZeitZug 1848" erarbeitet, eine auf Schienen durch ganz Deutschland rollende Wanderausstellung, die zum Publikumsmagneten avanciert.
Mittlerweile gehören dem Arbeitskreis über 50 Archive aus der gesamten Region an. Neben Archiven der Kommunen, Kreise, Kirchen, des Landes, von Unternehmen und Handelskammern, von Industrie und Universität, von Institutionen und sonstigen wissenschaftlichen Einrichtungen sind auch Museen wie das LTA Mannheim sowie Historiker und Archivare als Einzelpersonen vertreten. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Wer für sein Archiv Interesse an der Mitarbeit im Arbeitskreis Archive in der Metropolregion Rhein-Neckar hat, kann sich mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises (Dr. Martin Krauß, Unternehmensarchiv Bilfinger Berger AG, Tel. 0621/459-2205, E-Mail: martin.krauss@bilfinger.de) in Verbindung setzen.